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einige Bilder der Aktion



 



Presseaussendung der BesetzerInnen

Kommunique der BesetzerInnen am Uni-Campus

Besetzung im alten AKH/Campus der Uni Wien Heute am Montag, dem 7. Juni besetzten Studierende Räumlichkeiten im Hof 1
am Campus der Universität Wien. Die Räume wurden durch den Auszug der Facultas Universitätsbuchhandlung frei.

Wir schaffen einen Ort, an dem Denken Platz hat, das nicht der Verwertungslogik der wirtschaftsdiktierten „Weltklasseuniversität“ unterworfen ist. Wir wollen Raum für eine kritische Auseinandersetzung mit gesamtgesellschaftlichen Zusammenhängen jenseits des unreflektierten Weitertradierens des wissenschaftlichen Mainstreams. Hier soll ein Gegenmodell zu hierarchischen Ausbildungsstrukturen entstehen, ein plurales Forum, in dem Widersprüche zugelassen und gesucht werden, in dem sozio-ökonomische und kulturelle Prozesse analysiert und kontroversiell diskutiert werden. Für uns ist diese Auseinandersetzung
nicht bloße Betrachtung abstrakter Vorgänge, die uns nur als ZuschauerInnen interessieren.
Theorie und Praxis stehen in direktem Zusammenhang – die theoretische Analyse soll Anleitung und Ausgangspunkt für emanzipatorisches Handeln sein.

Zur Situation an der Universität Wien

„Die Wissenschaft und ihre Lehre sind frei“, heißt es in großen Lettern am Stiegenaufgang des Neuen Institutsgebäudes. Die Freiheit die hier gemeint ist, kann wohl kaum die Freiheit kritischen Denkens sein. Die einzige Freiheit, die wir auf der Uni Wien erkennen können, ist die grenzenlose Freiheit des Marktes und damit die Unterwerfung des Denkens unter Profitmaximierung und Verwertbarkeitszwang.

Dies zeigt sich unter anderem in

- der Zunahme kommerzieller Werbung bis in die Hörsäle,
- der Exklusion großer Gruppen von Menschen von universitärer Bildung durch Studiengebühren,
- der Anpassung von Lehrveranstaltungen an die Bedürfnisse des Kapitals,
- der Beschneidung studentischer Mitbestimmung.

Wir wollen mit der Besetzung des ehemaligen Facultas-Gebäudes und der Etablierung eines kritischen, selbstorganisierten Forums dieser Entwicklung entgegensteuern. Unserer Ansicht nach muss eine Universität sich gesamthaft mit den herrschenden Strukturen kritisch auseinandersetzen. Damit niemand vom Dialog ausgeschlossen wird, muss ein Raum geschaffen werden, der Allen zugänglich ist .

Eine kritische Universität

Seit vielen Jahren kämpfen Studierende für eine Demokratisierung der Universität. Zur Zeit wird bereits Errungenes wieder zerstört. Das Universitätsgesetz 2002 und der Organisationsplan haben die bisher zumindest teilweise vorhandenen Mitspracherechte der Studierenden wie auch der Lehrenden und Forschenden abgeschafft und die Entscheidungsstrukturen der Universität zentralisiert.

Die Institute und ihre Angehörigen sind dem Diktat eines immer autoritärer agierenden Rektorates unterworfen. Die Hierarchie zwischen Lehrenden und Studierenden wird noch verschärft anstatt sie endlich abzuschaffen. Auch wird keinerorts die Frage gestellt, wer mittlerweile überhaupt noch die Möglichkeit hat, eine Universität zu besuchen. Spätestens seit den Studiengebühren können immer weniger Menschen studieren. Anstatt dies kritisch zu beleuchten und Rahmenbedingungen zu schaffen, die wirklich

Allen den Zugang zum Studium ermöglichen, werden diese offensichtlichen Zugangshürden nicht nur aufrechterhalten sondern noch verschärft. Eine kritische Selbstreflexion der Universität und ihrer gesellschaftlichen Funktion wird dadurch unmöglich gemacht: an der Universität wird alles erforscht, außer was „Universität“ sein soll – undsein kann!

In diesem Freiraum soll in den Blick geraten, was ohnehin augenscheinlichist, aber nicht gesehen werden will.
Ohne Bevormundung und Einschränkung durch ökonomische und außerökonomische Zwänge soll der gesellschaftliche Status quo analysiert und Alternativen entworfen werden.

Zitat: Presseaussendung der BesetzerInnen